Ich möchte einer Person helfen

Gewalt geschieht oft im Verborgenen – aber sie hinterlässt Spuren. Vielleicht haben Sie ein ungutes Gefühl. Vielleicht haben Sie beobachtet, wie jemand laut wird, kontrolliert, beleidigt oder sogar zuschlägt. Vielleicht vertraut sich Ihnen jemand an – und Sie fragen sich: Was soll ich tun?

Sie müssen nicht alles wissen – aber Sie können einen Unterschied machen.

Woran erkenne ich gewalttätiges Verhalten?

  • Kontrollierendes Verhalten («Du brauchst niemanden ausser mich»)
  • Beleidigungen, Demütigungen
  • Einschüchterung oder Drohungen
  • Wutausbrüche oder körperliche Gewalt
  • Eifersucht, Isolation von FreundInnen
  • Angst oder Rückzug bei der betroffenen Person
  • Kinder, die Konflikte oder Gewalt miterleben
  • Mein bester Freund oder meine beste Freundin wird wütend und beleidigt seinen/ihren Partner.
  • Mein Sohn oder meine Tochter behandelt seine/ihren PartnerIn schlecht, der/die sich nicht traut, «nein» zu sagen.
  • Meine Nachbarn streiten sich und die Kinder weinen.

Warum es so schwer ist, darüber zu sprechen

Für Betroffene wie auch Gewaltausübende ist es oft mit Scham, Angst und Unsicherheit verbunden, sich Hilfe zu holen. Viele verdrängen, rechtfertigen ihr Verhalten oder wissen einfach nicht, wie sie aus der Situation herauskommen. Genau deshalb sind Menschen im Umfeld so wichtig: Sie können ermutigen, den ersten Schritt zu machen.

Wie kann ich helfen?

So können Sie unterstützen:

  1. Hören Sie zu, ohne zu urteilen.
  2. Sprechen Sie Ihre Sorge ehrlich und respektvoll an.
  3. Benennen Sie, was Sie beobachten (z.B. «Ich habe gesehen, wie du laut geworden bist – das macht mir Sorgen.»)
  4. Ermutigen Sie die Person, sich Hilfe zu holen.
  5. Bieten Sie an, den ersten Kontakt zu begleiten oder herzustellen.

Wichtig: Vermeiden Sie Druck, Vorwürfe oder Drohungen «Du musst sofort …» – das führt oft zu Rückzug.

Gewaltberatung empfehlen

Wir beraten nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige, Freunde, Nachbaren und Fachpersonen. Gemeinsam überlegen wir, wie Sie helfen können – ohne sich selbst zu überfordern.