Warum gibt es gewaltig.li?
Gewalt betrifft mehr als nur die Opfer – auch jene, die Gewalt ausüben, sind oft in einer Krise. Deshalb wurde 2019 von der Bewährungshilfe Liechtenstein die Gewaltberatung gewaltig.li ins Leben gerufen. Sie bietet ein niederschwelliges Angebot für Menschen, die ihre emotionalen Ausbrüche kontrollieren wollen oder befürchten, gewalttätig zu werden.
Wer kann sich an uns wenden?
- Männer und Frauen, Erwachsene und Jugendliche
- Menschen, die gewalttätig gegenüber anderen Sachen oder Tieren waren
- Personen, die befürchten, gewalttätig zu werden
- Angehörige, Freund:innen, Kolleg:innen, Lehrer:innen oder Nachbar:innen, die sich sorgen
Was zählt eigentlich als Gewalt?
Gewalt ist mehr als Schläge. Sie umfasst auch:
- Physische Gewalt: Schläge, Tritte oder andere körperliche Übergriffe
- Psychische Gewalt: Beleidigungen, Drohungen, Einschüchterung oder kontrollierendes Verhalten
- Sexualisierte Gewalt, Stalking und digitale Gewalt
- Gewalt vor Kindern sowie finanzielle oder soziale Ausgrenzung
Wird in Gruppen gesprochen?
Nein, wir führen ausschliesslich Einzelberatung durch. Nur so kann auf Ihre persönliche Situation individuell und vertrauensvoll eingegangen werden.
Was kostet die Beratung?
Die Beratung bei gewaltig.li ist kostenlos für alle Personen mit Wohnsitz in Liechtenstein.
Auch das erste Gespräch ist unverbindlich, anonym und verpflichtet zu nichts. Für Personen ohne Wohnsitz in Liechtenstein oder in besonderen Fällen (z. B. bei gerichtlicher Zuweisung) kann ein individueller Kostenbeitrag vereinbart werden.
Bitte sprechen Sie uns bei der Kontaktaufnahme darauf an – wir klären gemeinsam die Möglichkeiten.
Brauche ich eine Diagnose oder gerichtliche Anordnung?
Nein. Unser Angebot kann freiwillig in Anspruch genommen werden – eine Diagnose oder eine gerichtliche Anordnung sind dafür nicht erforderlich. In bestimmten Fällen kann die Teilnahme jedoch auch aufgrund einer polizeilichen oder gerichtlichen Anordnung erfolgen (verpflichtende Beratungsstunden).
Welche Ziele verfolgt die Beratung?
- Gewalt zu stoppen und weitere Eskalationen zu verhindern
- Eigene Eskalationsmuster erkennen und verstehen
- Deeskalationsstrategien entwickeln und einüben
- eigene Gewaltmuster zu erkennen und zu verstehen
- Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen
- für sich einstehen; eigene Bedürfnisse erkennen und klar kommunizieren
- Grenzüberschreitungen erkennen und eigene Grenzen schützen
- konkrete Wege finden, Konflikte ohne Gewalt zu lösen
- langfristig ein stabiles, respektvolles und gewaltfreies Miteinander erreichen